Kyprisch (Kypro-Minoisch/Linear C, Kyprische Silbenschrift)
Die erste griechische Expansion erreichte Zypern (Kypros) um 1500 v. Chr. als sich dort die Mykener niederließen. Sie schufen dort für die einheimische Sprache (eteokyprisch) eine kypro-minoische Silbenschrift, ähnlich der kretisch Linear A und scheinbar mit dieser verwandt. Sie wird auch Linear C, kurz CM, genannt und war vom 15. bis 12. Jh. v. Chr. in Gebrauch. Die gefundenen Tontafeln wurden im Gegensatz zu den kretischen Funden gebrannt und nicht in der Sonne getrocknet. Die alt-kyprische Schrift wird in drei nah verwandte Schriftsysteme ([CM I], CM II, CM III) und eine der Linear A sehr nahe stehende archaische Variante eingeteilt und ist bis heute unentziffert. Bis heute sind 50 Silbenzeichen im Vergleich mit Kyprisch und Linear B halwegs sicher bestimmt. Insgesamt hat die Schrift 114 Zeichen, wovon 24 in allen drei Schriftsystemen vorkommen.
Aus der Kypro-Minoischen Schrift ist die unten abgebildete klassische Kyprische Silbenschrift hervorgegangen, in der das Altgriechische in einem arkadisch-kyprischen Dialekt vom 11. bis zum 3. Jh. v. Chr. geschrieben wurde und welche bei der Entzifferung der Linear B durch den Briten Michael Ventris (1922 bis 1956) eine Schlüsselrolle spielte.
Die Schrift wurde gewöhnlich von rechts nach links geschrieben, wobei auch einige Inschriften gefunden wurden, die von links nach rechts geschrieben sind.

Klassische Kyprische Silbenschrift:
  -a   -e   -i   -o   -u
                   
t-            
g-                  
k-              
p-               
l-          
m-                
n-            
r-              
s-              
w-              
ks-            
j-              

Kyprisch TTF-Font

Altgriechisch-Kretisch
Kretisch/Mykenisch Linear B
Kretisch Linear A
Kretische Hieroglyphen
Donau-Kultur (Vinca-Kultur)


Im Norden des geteilten Zypern