Ojibwa, Ojibwe      19. Jh.
Ein englischer Methodisten-Missionar namens James Evans, der für die Norweger in der Hudson Bay arbeitete, entwickelte 1840 eine Schrift für die Sprache der Ojibwa-Indianer. Zunächst versuchte er ein Alphabet zu entwickeln das auf der lateinischen Orthographie basierte, gab dies aber nach einigen Versuchen auf und erfand ein Silbenalphabet auf Basis der Kurzschrift von Pitman und Elis.
Evans Silbenalphabet für die Ojibwa besteht aus neun Symbolen, die in vier verschiedenen Richtungen für die einzelnen Vokale geschrieben werden, wobei die Dehnung der Vokale und deren Verbindungen für a, i und o mit einer Punktierung über dem jeweiligen Zeichen gekennzeichnet werden. Die Finale werden für alleinstehende Konsonanten gebraucht.
Das war zwar ausreichend um die Sprache der Ojibwa aufzuschreiben, aber Evans Vorgesetzte waren nicht begeistert von seiner Erfindung und erlaubten ihm nicht die Symbole in Umlauf zu bringen. In Umlauf kamen sie dennoch und Evans passte später die Zeichen auch für die Sprache der Cree-Indianer an.
Bei den Ojibwa-Indianern gibt es lokal einige Abweichungen in der Schreibweise der Symbole.
Das Ojibwa (Anishinaabe/Ojibwe) ist eine Algonkin-Sprache, die heute von ca. 50.000 Menschen in den kanadischen Provinzen Ontario, Manitoba und Saskatchewan, sowie ca. 30.000 Menschen in den US-Staaten Michigan, Wisconsin, Minnesota, Montana und North Dakota gesprochen wird.
  a a: e: i i: o o:
c
k
l
m
n
p
r
s
sh
t
th
v, f
w
y

Ojibwa TTF-Font

Schon lange vor der Einführung der oben abgebildeten Schrift besaßen die Ojibwa-Indianer eine Bilderschrift um Informationen zu memorieren.
Zwei Strophen des Liedes eines Ojibwa-Indianers (Smithsonian Museum, Washington).


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