Meroïtisch  (3. Jh. v. Chr. bis 5. Jh. n. Chr.)
Die Meroïtische Alphabetschrift-Schrift ist von der antiken äyptischen Schrift abgeleitet und im Laufe des 3. Jahrhunderts v. Chr. entstanden. Das älteste Zeugnis für die meroïtische Schrift ist ein Graffito aus dem 3. Jh. v. Chr. aus Musawwarat es-Sufra*. Meroïtisch wurde vom Volk der Meroër (Kusch, Nubier) im Süden des ägyptischen Niltals sowie im Norden des heutigen Sudan (Khartoum) bis zum 4./5. Jh. n. Chr. gesprochen und wurde dann allmählich vom Nubischen abgelöst. Die jüngsten meroïtischen Inschriften stammen von dem nachmeroïtischen Nobaden-König Kharamadoye aus Kalabscha sowie von einem Bronzegefäß aus el-Hobagi, ebenfalls aus nachmeroïtischer Zeit. Die meisten Inschriften in meroïtischer Schrift können heute gelesen werden, viele bleiben aber nicht entziffert, da die meroïtische Sprache noch nicht ausreichend erforscht ist, nicht zuletzt aber auch weil die Linguisten nicht sicher sind in welcher Beziehung das Meroïtische zu anderen afrikanischen Sprachen steht. Das Alphabet wurde 1909 von dem britischen Ägyptologen Francis Llewellyn Griffith entziffert, wobei möglicherweise die Frage ist, in wieweit hier diese Entzifferungsvorlage von Griffith dem tatsächlichen Verständnis der Inschriften mit im Wege steht.
Es gibt zwei Formen: Zum Einen eine (ältere) hieroglyphische Schrift, die in vertikalen Spalten von oben nach unten geschrieben wurde und von den ägyptischen Hieroglyphen abgeleitet ist, zum Anderen eine (jüngere) kursive Variante, die von der ägyptisch-demotischen Schrift abgeleitet ist und normalerweise in horizontalen Linien von rechts nach links geschrieben wurde. Im Unterschied zum Ägyptischen gibt es im Meroïtischen einen Worttrenner und die Leserichtung ist umgekehrt, d.h. man liest in Blickrichtung der Hieroglyphen. Texte in meroïtischen Hieroglyphen sind verhältnismäßig selten. Im Gegensatz zum ägyptischen Hieratisch wurde die meroïtische Kursive auch auf steinernen Denkmälern bevorzugt. Meroïtische Texte auf Papyri und Pergamenten exisitieren nur vereinzelt.
 
Hieroglyphe
Kursive
Wert  
Hieroglyphe
Kursive
Wert  
Hieroglyphe
Kursive
Wert
a (Ø)  
m (ma)  
s (se)
e, Ø  
 
n (na)  
k (ka)
u (o)  
n (ne)  
q (qa)
i  
r (ra)  
t (ta)
y (ya)  
l (la)  
t (te)
w (wa)  
η (ha)  
t (to)
b (ba)  
x (ha)  
d (da)
 
p (pa)  
š (sa)  
Trenner

Meroitische Hieroglyphen - TTF-Font
Meroitische Kursive - TTF-Font

Ägyptische Hieroglyphen

Afrikanische Schriften


Weblinks*:
Nubische Altertümer im Netz* hu-berlin.de
Naga, die Stadt in der Steppe, Grabungen des ägyptischen Museums im Sudan* egyptian-museum-berlin.com (pdf)
Zur Komplementarität von Männlichem und Weiblichem in napatanischer und meroitischer Zeit* rz.hu-berlin.de (pdf)
Sudanarchäologische Gesellschaft zu Berlin e.V.* sag-online.de
Meroë, Königliche Bäder (DAI)* dainst.org
Nubien - Land am Nil* nubien.de
Spektrum der Wissenschaft - Neue Ausgrabungen in Meroe* spektrumverlag.de
Arte - Die nubischen Königinen - Nubien, Antike Supermacht am Nil* arte.tv
The roman conquest of egypt and the revolt of a meroitic candake* homestead.com
The Treasures of Nubian Queen Amanishaketo* homestead.com
Ägyptologie Forum* aegyptologie.com
Ägyptologie Links* aegyptologie.com