Sabäisch, Himyarisch, Qatabanisch, Hadhramautisch  
(12. Jh. v. Chr. bis 7. Jh. n. Chr.)

Die sabäischen und himyarischen Schriften wurden im südlichen Arabien in den antiken Königreichen von Saba, Himyar, Qataban und Hadhramaut sowie den angrenzenden Gebieten gebraucht, bis sie letzlich langsam durch die spätantike arabische Neschi verdrängt wurde. Die himyarische Schrift ist der Vorläufer der äthiopischen Schrift und ein zeitgenössisch naher Verwandter der numidischen Schrift und damit auch einer der Vorfahren der berberischen Schrift.
Die ältesten bekannten Inschriften sind aus dem 12. Jh. v. Chr. Der Ursprung der Schrift ist noch nicht gänzlich geklärt. Eine Theorie ist, dass sie eine der Enkel des "Alphabetes" aus Byblos (biblisch: Gebal; nördlich von Beirut, Libanon) aus der Mitte des 2. Jahrtausend v. Chr. ist.
Die arabsichen Schriftsteller nennen sie musnad, welcher Name im 19. Jh. zu allerlei Vermutungen Anlaß gegeben hat, indem sie durch sanad "stützen" erklärt wurde und daher "Säulenschrift" oder auch "gestützte Schrift" bedeuten würde. Man hat diesen Namen an anderer Stelle auf Sindh zurückgeführt und demnach "indische Schrift" übersetzt. An wieder anderer Stelle wurde darauf hingewiesen, daß musnad auch spurius bedeute und danach wäre sie die "sündhafte Schrift der Ungläubigen"...
Jedenfalls war sie die Schrift des Sabäismus (Saba, biblisch: Sheba) und ging mit diesem unter. Die semitischen Sabäer vereinigten Südarabien im 3.Jh. n. Chr. zu einem Staat, der 525 n. Chr. von den Abessiniern (Äthiopen) erobert wurde. Danach ist die Schrift allmählich ausgestorben.
Himyarisch ist in den meisten Inschriften von rechts nach links, wurde aber auch in wechselnden Furchen (Bustrophedon) geschrieben. Die Schrift kommt hauptsächlisch auf Inschriften vor, teils einfach eingetieft, teils erhaben ausgemeißelt, teilweise aber auch kursiv.
Ähnlich wie Arabisch und Hebräisch beinhaltet das sabäische Alphabet nur Konsonanten. Anders als im Arabischen und Hebräischen hat das Sabäische jedoch kein System für die Vokalbezeichnungen.
Die hier angegebenen Lautwerte sind nach Halevy (Inschriften von San'a), welcher den Zeichen das neu-arabische Lautsystem zu Grunde legte.
Die Ziffern sind stets eingeklammert. Die Zeichen 1 bis 4 werden auch verbunden (z.B. oder für 2). Die Zeichen 5, 10, 100 und 1000 sind Siegel, indem die Anfangsbuchstaben (hamaš, ašar, mat, aleph) die Zahlen vertreten.
                                                                                                            Votivstele mit Sabäischer Inschrift. Louvre, Paris

Zeichen
Wert  
Zeichen
Wert
eingtieft
erhaben
kursiv
   
eingtieft
erhaben
kursiv
 
         
 
       
     
l
      
     
b  
       
     
m
       
      
 
      
      
n
       
d  
    
s
        
      
δ  
    
h  
      
 
ġ
      
w  
       
    
ƒ, p
       
z  
      
s
      
h'  
      
 
d, z
h  
q
d  
       
r
    
      
δ  
     
    
š
y  
       
t
       
     
k  
      
θ

Ziffern:
Zeichen
Wert  
Zeichen
Wert  
Zeichen
Wert  
Zeichen
Wert  
Zeichen
Wert
1  
4  
10  
20  
1000
2  
5  
11  
50  
?
3  
6  
12  
100      

Sabäisch TTF-Fonts 
(Normal und Outline)

Protosemitisch
Thamudisch
Lihyanisch
Safatenisch
Altabessinisch
Tartessisch
Nubisch
Numidisch
Berberisch


Ancient South Arabian Inscriptions in Baynun (Yemen)* (barnard.nl)
Inscription example* (Universiteit Leiden)
Sabäische Inschriften* (Smithsonian Institut)
Musnad al Janubi Inschriften* (Smithsonian Institut)